Brüssels Klassiker

Anfang Dezember verbringe ich einen seeeehr kalten Tag in Brüssel.
Ich entscheide mir noch einmal Brüssels Klassiker anzusehen. Mein Spaziergang führt mich an diesem Morgen vom Zentralbahnhof zu den königlichen Sankt-Hubertus-Galerien, zur Grand Place, zum Manneken Pis und zum Kunstberg.

In diesem Blogartikel zeige ich euch meine Route die ich gemütlich in nur 30 Minuten zu Fuss zurückgelegt habe.

Ankunft mit dem Zug in Bruxelles-Centrale. Zugegeben der Bahnhof von Brüssel ist nicht so spektakulär wie der Bahnhof von Antwerpen oder Lüttich, dafür liegt er sehr zentral und ist ideal als Ausgangspunkt für eine Besichtigungstour durch Brüssel. Ich nehme den Ausgang „Grand Place“.
Bahnhof Brüssel

Die Hauptstadt schlummert noch vor sich hin: Die Müllmänner sind unterwegs. Die Schaufenster der Edelboutiquen werden auf Hochglanz gebracht. Die Brüsseler sitzen beim Frühstück in den Straßencafés.
Brüssel

Die königlichen Sankt-Hubertus-Galerien
Über die Rue du Marché aux Herbes erreiche ich schon nach einigen Minuten die königlichen Sankt-Hubertus-Galerien.
Die sollte wirklich jeder gesehen haben, der Brüssel besucht. Die Galerien mit ihrem prunkvollen Glasdach wurden in 1847 erbaut und sollen die schönsten Europas sein. Die Galerien beherbergen ein Theater, ein Kino, stilvolle Cafés, Luxusboutiquen und natürlich die großen Namen der belgischen Schokoladenwelt.  Gut betuchte Menschen und Touristen mit Reiseführern flanieren durch die königlichen Hallen.

Die Sankt-Hubertus-Galerien setzen sich aus drei Teilen zusammen: der „Galerie de la Reine“ (Galerie der Königin), der „Galerie du Roi“ (Galerie des Königs) und der „Galerie du Prince“ (Galerie des Prinzen). Zwischen der Galerie de la Reine und der Galerie du Roi liegt die berühmt berüchtigte Restaurantstraße Rue des Bouchers, wo ich bisher jedoch zweimal abgezockt worden bin und seit 2008 keinen Fuss mehr reinsetzte. Die Restaurants locken mit billigen Angeboten und die Kellner zerren einen fast ins Lokal. Einmal drin muss man sich nicht wundern, wenn aus den angepriesenen 15 € eine Rechnung von 100 € wird. Bon, in sieben Jahren kann sich ja auch vieles ändern…

Sankt Hubertus Galerien

Wenn man einmal durch die hohen Hallen marschiert erreicht man über die Rue d’Arenberg das bekannte Café A la Mort Subite. Hier gibt es verschiedene belgische Biersorten, entweder frisch vom Fass oder aus Flaschen: wie z.B. das Fruchtbier „Kriek“.
Ich gehe allerdings in die andere Richtung durch die Rue de la Collinne zur weltberühmten Grand Place.

Grand Place
Der Grote Markt oder Grand Place ist UNESCO-Weltkulturerbe und einer der schönsten Plätze der Welt. Umgeben von Zunfthäusern aus dem 17. Jahrhundert ragt das Rathaus  von Brüssel (Baujahr 1402) hervor.
Grand Place BrüsselSpitzenläden, Schokoladengeschäfte und jede Menge Souvenirshops befinden sich auf der Grand Place und in den kleinen Pflasterstraßen in der Umgebung.
Schokolade Brüssel
Grand Place BruxellesTraditionell zur Weihnachtszeit wird jährlich ein gigantischer Weihnachtsbaum auf der Grand Place aufgebaut.
Hier finden auch regelmäßig Großveranstaltungen statt: Einmal im Jahr  überdeckt ein riesiger Blumenteppich den gesamten Platz. Oder die Stadt veranstaltet die „Light & Sound Show“ im Rahmen der Veranstaltung „Plaisirs d’Hivers“ (übersetzt: Die Freuden des Winters), wie im folgenden Video zu sehen:

Manneken Pis
Ich laufe quer über die Grand Place zur Rue de l’Etuve, wo sich Brüssels Liebling und gleichzeitig Wahrzeichen der Stadt befindet: der Manneken Pis. Es handelt sich hierbei um eine kleine dafür aber legendenumwobene Brunnenfigur, wo zu jeder Tageszeit Touristen mit Fotoapparaten davorstehen. Unser Manneken ist sehr modebewusst und zählt daher eine Garderobe von 883 Kostümen, die alle im Brüsseler Stadtmuseum „Maison du Roi“ auf der Grand Place ausgestellt sind.  Ich kämpfe mich durch die Touristenmassen und als ich endlich in der ersten Reihe stehe, kann ich ein Foto von ihm machen.
Was viele nicht wissen: Manneken Pis hat auch eine Schwester, Jeanneke Pis, die in der Nähe der Sankt-Hubertus Galerien (Impasse de la Fidélité) hockt.

Manneken Pis

Überreste der ersten Stadtmauer
Vom Manneken Pis aus stapfe ich die Rue du Chêne hinauf und mache rechts einen kleinen Schlenker durch die Rue des Villers um die Überreste der alten Brüsseler Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert zu sehen.

Strasse Brüssel

Neben dem Tour de Villers befinden sich noch zwei weitere Stellen in Brüssel mit architektonischen Überresten aus dem Mittelalter: Tour Noire und Tour Anneessens.
Stadtmauer Brüssel

Kunstberg
Von der alten Stadtmauer laufe ich wieder in Richtung Gare Centrale. Nach knapp zehn Minuten erreiche ich den Monts des Arts oder Kunstberg (sowohl in Deutsch als auch in Niederländisch). Unter König Leopold II wurde Anfang 1900 der Mont des Arts, d.h. der Abschnitt zwischen Grand Place und Königspalast, von einem Landschaftsarchitekten neu geplant. So entstand die heutige Parkanlage.
Wie der Name schon verrät befindet sich hier das Kunst- und Kulturviertel, bzw. das Museumsviertel von Brüssel. In der Nähe sind zum Beispiel das Margritte-Museum, das Musikinstrumentenmuseum im Gebäude des Old England, der BOZAR und die königliche Bibliothek Belgiens. Vom oberen Teil der Anlage sieht man den Turm des Rathauses auf der Grand Place. Bei sonnigem Wetter kann man sogar die Basilica Koekelberg und das Atomium erkennen.
Kunstberg200 Meter weiter befindet sich schon wieder der Hauptbahnhof. Somit endet mein halbstündiger Stadtbummel.
Dieser Spaziergang eignet sich hervorragend um einen ersten Eindruck von Brüssel zu erhalten. Ideal auch für Menschen, die auf der Durchreise sind oder deren Züge Verspätung haben.

Siehe auch folgende Artikel zu Brüssel:
Jugendstil mit toller Aussicht
Ein Sonntagsspaziergang durch Brüssel

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