New York City #5 – Harlem & Bronx

Weiter in meiner Reihe zu New York schreibe ich in Artikel Nr. 5 über alles Sehenswerte in den nördlichen Vierteln: Harlem und Bronx. Zugegeben bei diesen Namen zuckt man leicht zusammen, da diese Viertel dank unzähligen Gangsterfilmen als gefährlich gelten. Doch das Gegenteil ist der Fall…
Zu Harlem habe ich eine ganz besondere Beziehung, da ich hier in der 116th Street während einer Woche in einem tollen AirBnB gewohnt habe. Mein Vermieter Portus ist so lustig und hilfsbereit, dass ich ihn direkt ins Herz schließe. Dazu lässt sich die Stadt von Harlem aus sehr gut erkunden, da ich mit der Subway überall problemlos hinkomme.
Harlem ist das Viertel der talentierten Jazzmusiker und Afroamerikaner. Musik aus Getthoblastern dröhnt durch die Straßen mit den roten Häusern.
An einem schönen Sonntagmorgen erkunde ich „mein“ Viertel einmal genauer und starte mit einem Gospel Brunch. Der Gospel steht in Harlem an aller erster Stelle. Jedes dritte Haus ist eine Kirche und an den Einwohnern Harlems sehe ich dass der Sonntag noch Tradition hat: die Herren in Anzug und Hut, die Damen in Sonntagskleid, ebenfalls mit Hut und Handschuhen auf dem Weg zum Gottesdienst.  Auch Touristen haben in gewissen Kirchen die Möglichkeit einen Gospelgottesdienst zu besuchen. Am späten Sonntagvormittag – nach einem ausgiebigen Gospel Brunch – besuche ich die Abyssinian Baptist Church, wo natürlich ein Gospelchor singt und schwarze Einwohner leidenschaftliche Reden halten, die sehr politisch sind. Sehr zu empfehlen! (Achtung früh genug anstellen, da die Plätze für Touristen begrenzt sind.)
Was sollte man denn noch in Harlem sehen?
Das Apollo Theater i
st einer der bekanntesten Clubs für schwarze Musik, der schon im Jahr 1914 eröffnet wurde und heute von Geschäften umgeben ist. Stars wie James Brown und Michael Jackson sind hier bereits aufgetreten und haben sich mit einem Stern auf dem Walk of Fame vor dem Theater verewigt.
Zufällig stoße ich bei meinem Spaziergang durch die Morningside Heights in Harlem auf dieses schmucke Gebäude: das General Grant National Memorial. Auf einer Tafel lese ich, dass dies das Mausoleum des verstorbenen General und 18. Präsidenten der USA Ulysses S. Grant handelt.
Ein kurzer Spaziergang entlang des Hudson Rivers bringt mich zur Columbia University, die sich ebenfalls im Viertel Morningside Heights an der Upper West Side Manhattans befindet. Vor dem Hauptgebäude thront die Alma Mater, die mit ihren ausgestreckten Armen Studenten und Besucher begrüsst und gleichzeitig das Symbol für Weisheit ist.
Die Columbia University zählt zu den bekanntesten und renommiertesten Universitäten der USA. Ich spaziere über den Campus und bin beeindruckt von der Größe und des ganz besonderen Charmes der Uni, wo einst Barack Obama studiert hat.
Direkt neben der Columbia University befindet sich die Cathedral of Saint John the Divine. Ein riesiger Koloss, an dem – seit seiner Entstehung 1891 – ununterbrochen gebaut wird. Hier endet mein Spaziergang in Harlem. Mit der Subway gehts nun weiter zur Bronx
Wo beobachtet man in New York Bären beim Baden? Na klar: im Zoo.
An jedem Mittwoch kann man den Bronx Zoo mit der Formel „Pay what you wish“ (zahle was du möchtest) besuchen. Ein schöner wild angelegter Zoo, wo mehr als 4200 Tiere in weitläufigen Freigehegen gehalten werden.
Nach dem Zoo-Besuch schaue ich mir das wahre Little Italy New Yorks in der Arthur Avenue an. Tatsächlich hat es die italienische Bevölkerung, die einst in Downtown Manhattan lebte in dieses schöne Viertel der Bronx verschlagen. Die Arthur Avenue ist ein Paradies für Freunde der italienischen Küche: von der Pizzeria bis zur Gelateria findet man hier alles was das Herz begehrt.
In einem Eckcafé gönne ich mir einen leckeren italienischen Illy-Kaffee bevor ich zu einem weiteren Highlight meiner Reise aufbreche.
Am Abend mache ich nämlich etwas richtig AMERIKANISCHES. Ich schaue mir ein Heimspiel der New York Yankees im Stadion in der Bronx an. In Amerika begeistert Baseball die Menschen: es wird gejubelt, getanzt und gefeiert. Im riesigen Yankee-Stadion, wo ca. 50 000 Zuschauer reinpassen, decke ich mich natürlich erst einmal mit der traditionellen Yankee-Kappe ein um den Yankees angemessen zuzujubeln. Der Baseball-Abend ist einfach toll: Die Nationalhymne wird vor Spielbeginn gespielt und in den Pausen animiert die Kiss- oder Dancecam die Zuschauer. Und das allerbeste: Tickets für dieses einmalige Baseball-Erlebnis gibt es bereits ab 7$. 

siehe auch weitere Artikel aus der New York Serie:

– New York City #1 – Downtown
– New York City #2 – Soho, Greenwich Village & Chelsea
 New York City #3 – Midtown
– New York City #4 – Upper East Side & Central Park

New York City #4 – Upper East Side & Central Park

Die Upper East Side mit dem weitläufigen Central Park nebenan ist das Viertel der wohlhabenden New Yorker: tolle Villen, große Alleen und schöne Seitenstraßen. Viele der Häuser werden als kulturelle Institutionen, Botschaften, Museen und Schulen genutzt.

Hier an der Madison, Park und 5th Avenue muss sich niemand Sorgen um Geld machen, denn jedes Klischee wird bedient: der Concierge hält die Tür zum luxuriösen Appartement-Haus auf, reiche Ehefrauen geben ihr Geld in Designerläden für teure Handtaschen aus und lassen sich dann anschliessend vom Chauffeur zum Lunch fahren.

Ich flaniere durch diese wunderbare Gegend und beschreibe meine Eindrücke in Artikel Nr. 4 meiner New York – Reihe. In den 30er Jahren ließ John D. Rockefeller über 200 Häuser abreißen um die Stadt in der Stadt zu bauen: das Rockefeller Center. Dies sind 14 Wolkenkratzer, die einen Bürokomplex mit Promenaden im Art-Déco Stil bilden. In der Adventszeit werden hier jedes Jahr die Schlittschuhbahn und der imposante Weihnachtsbaum aufgebaut.
Im Hauptgebäude des Rockefeller Centers hat man von der Aussichtsterrasse Top of the Rock in der 70. Etage einen spektakulären Blick über die Stadt, vor allem auf das Empire State Building und – an der anderen Seite – über den Central Park (siehe Titelbild).
Nur fünf Gehminuten vom Rockefeller Center entfernt entdecke ich die überwältigende St. Patricks Cathedral, die inmitten der Wolkenkratzer an der 5th Avenue steht. Sie ist die größte Gotik-Kathedrale der Vereinigten Staaten.
Nach 10 weiteren Minuten zu Fuß in Richtung Norden stehe ich vor dem berühmten Plaza Hotel, wo auch schon Crocodile Dundee übernachtet hat. 😉 Das Luxushotel wurde in 1907 eröffnet und hat seither unzählige Berühmtheiten empfangen.
Direkt vor dem Plaza Hotel befindet sich der Eingang zu Manhattans größtem Park.
Der Central Park ist New Yorks Ruheoase. Hier kommen die Einheimischen sonntags hin um die Seele baumeln zu lassen. Ich greife aufgrund der Größe von 340ha zum Fahrrad um den Park zu erkunden. Der Radverleih befindet sich nördlich und südlich des Central Parks. Wie in unzähligen Filmen zu sehen, bietet der Park vielseitige Kulissen, die ich während meiner 3-stündigen Radtour erkunde. So zum Beispiel:
Eine Baletttänzerin vor einem Brunnen mit tollem Wasserspiel.
Der großangelegte See „Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir“.
Oder aber: Romantische Brücken mit Bootfahrern.
Parallel zum Central Park verläuft ein Teil der 5th Avenue, der auch „Museum Mile“ genannt wird. Zu den berühmtesten gehören das Museum of Modern Art – kurz MoMa, sowie das Metropolitan Museum of Art – kurz „The Met“ , das an das Schloss von Versailles erinnert.
An der Museum Mile der 5th Avenue liegt ebenfalls das berühmte Guggenheim Museum des Architekten Frank Lloyd Wright.
In spiralförmigen Gängen zeigt das Guggenheim Museum zeitgenössische Kunst von u.a. Picasso oder Kandinsky, einem meiner Lieblingskünstler. Das Museum lohnt alleine schon wegen der Architektur einen Besuch. Kleiner Tipp: Um nicht den vollen Eintrittspreis von 25 $ zu zahlen, kommt man am Samstagabend von 17:45 – 19:45 Uhr mit der Formel „Pay what you wish“ („Zahle, was du möchtest“) ins Museum.

siehe auch weitere Artikel aus der New York Serie:

– New York City #1 – Downtown
– New York City #2 – Soho, Greenwich Village & Chelsea
 New York City #3 – Midtown
New York City #5 – Harlem & Bronx

New York City #3 – Midtown

In meinem dritten Artikel über die niemals schlafende Stadt bin ich mitten in Manhattan, im Stadtteil „Midtown“.  Die Szenerie erkenne ich aus vielen Filmen wieder: gestresste Menschen, die zielstrebig mit ihrem Starbucks Kaffee in der Hand von A nach B hetzen. In Midtown wird hart gearbeitet. Zugleich sind in diesem Stadtteil auch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten, die ich an einem Tag – von Süden in Richtung Norden gehend – besichtige:Das Flatiron Building am Madison Square Park ist ohne großen Zweifel der markanteste Wolkenkratzer New Yorks. Flat iron – zu Deutsch Bügeleisen – beschreibt die Form des Gebäudes perfekt. Das Flatiron Building füllt das Dreieck zwischen 23rd Street, Broadway und 5th Avenue. Seit 1902 ist das historische Hochhaus das Zentrum des umliegenden Flatiron Districts.
Das Empire State Building ist ein weiteres imposantes Wahrzeichen New Yorks und steht bei jedem Touristen ganz oben auf der Checkliste. Das Art-Déco Gebäude wurde nach 18-monatiger Bauzeit im Jahr 1931 eröffnet. Bis zum Blitzableiter sind es genau 443m. Die Spitze leuchtet jeden Tag in anderen Farben. Dadurch sieht man das Empire State Building – genau wie „The One“ – aus kilometerweiter Entfernung und kann sich so gut in der Stadt orientieren. Die Lobby ist aus Marmor und Bronze. Die Angestellten sind très chic gekleidet. Ein absolutes Muss ist die Aussichtsplattform im 86. Stock an der frischen Luft, von wo aus auch ich den Blick um 23 Uhr abends über die Lichter der Stadt schweifen lasse. Die Sicht ist einfach atemberaubend (siehe Titelbild). Tickets für die Aussichtsplattform am besten schon vorher sichern, da man sonst mit langen Warteschlangen rechnen muss.
Es regnet? Na dann ab zu Macy’s. Das weltweit größte Kaufhaus mit knapp 200 000 m² Shoppingfläche auf 10 Etagen lässt mein Herz höher schlagen.1902 am Herald Square eröffnet, war Macy‘s das erste Gebäude in New York mit einer Rolltreppe. Jedes Jahr – seit 1927 – findet traditionell zum Thanksgiving Day die Macy’s Parade statt, die auch live im Fernsehen übertragen wird.
Für Europäer lohnt es sich hier bei den deutlich günstigeren Jeans und den amerikanischen Marken zuzuschlagen.
Der Times Square ist das leuchtende Herz der Stadt und – Achtung festhalten – mit 50 Millionen Besuchern jährlich offiziell DIE Sehenswürdigkeit Nr. 1. Mitten im Theatre District werben bunte Leuchttafeln für die über 40 Musical- und Theatervorstellungen, die hier täglich von rund 33 000 Menschen besucht werden. Am M&M Shop des Times Squares starte ich einen Abend meine Big Bus – Night Tour: eine kommentierte Bustour die nachts durch die Lichter der Stadt bis zur Brooklyn Bridge und wieder zum Times Square zurück führt.
Wer sich inmitten der lauten Stadt einen Moment Ruhe gönnen möchte, sollte die alt-ehrwürdigen Mauern der New York Public Library an der 5th Avenue aufsuchen. Die bekannte Bibliothek ist sowohl von innen als auch von außen absolut sehenswert. Die Löwen aus Stein begrüßen die Besucher am Eingang. Innen erwarten einen alte Steinbögen, hohe Decken und geschwungene Treppen.
Die New York Public Library ist ein beliebter Ort für Hochzeiten. So auch bekannt als Kulisse der Fast-Hochzeit von Cary und Mr. Big im Film Sex and the City. Einmal drinnen ist es ein absolutes Muss, die Stufen bis zum Eindruck weckenden Rose Main Reading Room auf der 3. Etage zu erklimmen: ein riesiger Leseraum (90 Meter lang) voller Bücher mit hohen Decken und großen Kronleuchtern.  Der Zugang ist kostenlos, aber psssst: hier wird gelesen.
Der Bryant Park liegt direkt hinter der New York Public Library und ist nur einen Steinwurf vom Times Square entfernt. Hohe Bäume in erster Linie, sowie Wolkenkratzer und Imbissläden umgeben diese grüne Oase. Zur Mittagszeit tummeln sich hier die New Yorker Business Leute und genießen ihre Pause mit einem Sandwich in der Sonne. Im Sommer wird außerdem jeden Montag ein Open Air Kino im Park aufgebaut.
Einmal mitten im Grand Central Terminal stehen und die Atmosphäre um sich herum auf sich wirken lassen, ein tolles Gefühl. Die Grand Central Station kannte ich bis dato nur aus amerikanischen Filmen. Von den Emporen habe ich einen tollen Blick auf das Geschehen in der imposanten Halle. Die Grand Central Station – wie der Name verrät zentral gelegen – gehört zu den Hauptverkehrsadern der Stadt.  Gut besucht ist auch der Food Market im Untergeschoss des Bahnhofs.
Ganz in der Nähe der Grand Central Station befindet sich das nächste Highlight: das Chrysler Building ist das vierthöchste Gebäude der Stadt und mein Wolkenkratzer-Favorit. Wie der Name erahnen lässt wurde dieses Art-Déco-Gebäude aus dem Jahr 1930 vom Automobil-Konzern Chrysler erbaut. Das Chrysler Building kann man nur von außen bewundern, da es – im Gegensatz zum Rockefeller Center und des Empire State Buildings – keine Aussichtsplattform hat.
Seit 1953 ist der Baukomplex aus vier Gebäuden am East River Sitz der Vereinten Nationen. Das gesamte Gebiet ist internationales Hoheitsgebiet und gehört somit offiziell nicht zu den Vereinigten Staaten.  An der First Avenue, vor dem UN-Hauptquartier weht die Flagge jedes einzelnen Mitgliedstaates:  von A wie Afghanistan an der 48th Street bis hin zu Z wie Zimbabwe an der 42nd Street. Hier endet mein Spaziergang in Midtown…

siehe auch weitere Artikel aus der New York Serie:
New York City #1 – Downtown
– New York City #2 – Soho, Greenwich Village & Chelsea
– New York City #4 – Upper East Side & Central Park
– New York City #5 – Harlem & Bronx