Thailand – 10 Jahre nach dem Tsunami

Im September habe ich 15 Tage auf der thailändischen Insel Phuket im Ort Khao Lak verbracht. Mit 810 km² ist Phuket Thailands grösste Insel und wird auch gerne „Die Perle der Andamensee“ genannt. Bemerkenswert sind die Einwohner Thailands: tief verwurzelt in ihrer Religion und immer ein freundliches Lächeln auf den Lippen.

In diesem Artikel zeige ich euch meine persönlichen Highlights der Reise und wie der Ort auch noch 10 Jahre später an den Tsunami erinnert.Ich fliege von Düsseldorf nach Abu Dhabi und von hier aus weiter nach Phuket. Die Anreise dauert mit Umsteigen ca. 15 Stunden.
Nach so vielen Stunden inklusive sechs Stunden Zeitverschiebung ist jegliches Gefühl für Zeit und Raum flöten gegangen. Ich bin ziemlich ko. Obschon im September Nebensaison in Thailand ist, herrscht bei der Einreisekontrolle ein heiteres Gewusel aus unterschiedlichsten Nationalitäten.

In Ebola-Zeiten wird hier besonders gründlich kontrolliert. Das erste Urlaubsfoto wird von den thailändischen Behörden gemacht, wo jeder Einreisende aufgefordert wird in eine Webcam zu grinsen. Danach fahre ich eine weitere Stunde in einem klimatisierten Minibus nach Khao Lak. Es ist dunkel und die Uhr im Bus zeigt 21 Uhr. Ich schaue aus dem Fenster und erkenne einige Palmen und viele Stromleitungen die beunruhigend tief hängen.

Im Hotel angekommen gönne ich mir erst mal zwei Tage Ruhe um mich an das Klima und den Rhythmus  der Thailänder zu gewöhnen.

Ko Phi Phi
Thailand Ko Phi PhiKo Phi Phi, das sind für mich kleine Inseln, soweit das Auge reicht, atemberaubende Felsen, türkises Wasser und weisse Strände.
Am dritten Tag mache ich meinen ersten Ausflug: Ko Phi Phi (Early Birds) mit dem Speedboot. Schon früh morgens – Abholung 6h30 am Hotel – geht’s los. Die Phi Phi Inseln sind eine Inselgruppe, die man nur mit dem Boot erreichen kann. Die Fahrt zur ersten Insel – Phi Phi Le – dauert etwa 1,5 Stunden. Selten habe ich einen so schönen Sonntagmorgen verbracht, wie hier auf thailändischer See. Die Sonne geht auf und es herrscht andächtige Stimmung an Bord des Schnellbootes.
Ko Phi Phi und vor allem die Maya Bay auf Phi Phi Le – früher noch als Geheimtipp gehandelt – sind durch Leonardo Di Caprio berühmt geworden. Im Jahr 2000 drehte er hier den Film The Beach.  Heute profitieren die Touristenführer und Geschäfte von dem Film-Hipe. Durch das ganze Brimborium war ich anfangs eher skeptisch und hatte schon befürchtet mit 1000 anderen Bauchtaschen-Touristen durch die Insel gepfercht zu werden. Daher habe ich die Formel Early Birds gewählt, damit ich vor dem Touristenstrom wieder weg bin.
Bereits um 9.00 Uhr morgens legt unser Boot an der Maya Bay an. Der Reiseführer erklärt, dass während des Tsunamis 700 Menschen auf dieser kleinen Insel  ums Leben gekommen sind. Es ist eine schreckliche Vorstellung, dass die Trauminseln damals komplett ausgespült wurden.
Von Phi Phi Le geht es dann weiter zu den anderen Phi Phi Inselchen. Die Hälfte des Ausflugs verbringen wir auf dem Wasser und können von Zeit zu Zeit zum Schwimmen oder Schnorcheln ins kühle Nass springen. Zwischendurch essen wir am weissen Sandstrand von Bamboo Island zu Mittag und gegen 16 Uhr steuern wir wieder den Hafen von Phuket an.
Thailand Ko Phi PhiTsunami – Museum
Khao Lak wurde vor genau zehn Jahren – am 26. Dezember 2004 – schwer vom Tsunami getroffen.Als ich zum ersten Mal am Hotelstrand sitze muss ich erst einmal schlucken, wenn ich mir vorstelle was hier passiert ist. Das Hotel gibt abgesehen von einem Rettungsplan keinerlei Informationen über den Tsunami. Niemand im Hotel spricht darüber. Hier scheint es, als hätte die Katastrophe nie stattgefunden. Dies wahrscheinlich um die Touristen nicht zu verängstigen.Nach einigen Recherchen finde ich aber heraus, dass das Hotel 2004 komplett von der Welle zerstört wurde und danach von Grund auf -unter einem neuem Namen – wieder aufgebaut wurde. 75 % der damaligen Hotelgäste haben den Tsunami nicht überlebt. Khao Lak war komplett verwüstet.
Khao Lak An den Tsunami erinnert ein sehr einfach gehaltenes Museum und der daneben liegende Memorial Park im Zentrum von Khao Lak. Im Museum lese ich im Erdgeschoss einige sachliche Erklärungen zur Entstehung eines Tsunamis und wie mithilfe der neuen Frühwarnsysteme künftig eine derartige Katastrophe vermieden werden kann. Auf der ersten Etage des Museums geht es dann zur Sache : in drei verschiedenen Räumen werden Videos vom Tag X gezeigt. In den ersten beiden Räumen sieht man Urlaubervideos, Zeugenaussagen und ein Hochzeitsvideo von einem Paar, dass am Vortag des Tsunamis geheiratet hatte. Im dritten Raum ist der Zutritt unter 18 Jahren verboten. Hier wird ein Video -einige Stunden nach der Killerwelle – von den Bergungsarbeiten, Verwüstungen und Leichenbergen gezeigt. Nichts für schwache Nerven! Ich selbst verlasse den Raum nach zehn Minuten mit einem Kloß im Hals.

Neben dem Museum befindet sich der Memorial Park. Hier können Hinterbliebene den Opfern gedenken. Beeindruckend zu sehen ist das Polizeiboot, das 2004 durch die Wucht der Flutwelle weit ins Hinterland gespült wurde. Dieses hat man zur Erinnerung an den Tsunami an diesem Ort stehen gelassen.

Khao Lak Tsunami Memorial Park

Phang Nga Bay

Thailand Phang Nga Bay DschunkeDas zweite Highlight meiner Thailandreise war ein sehr abwechslungsreicher Tag in der Bucht von Phang Nga. Mit einem japanischen Piratenschiff, der Segeldschunke, starte ich wieder vom Hafen Phuket. Das Wasser ist sehr ruhig, so dass ich die Bootsfahrt richtig genießen kann. Genau wie auf Phi Phi Le wird auch hier noch kräftig die Werbetrommel für einen uralten Film gerührt: Im Jahr 1974 (!!!) wurde hier James Bond – Der Mann mit dem goldenen Colt mit Roger Moore gedreht.

James Bond FelsenUnd so braucht man sich nicht zu wundern, dass sogar ein Felsen nach dem Filmheld benannt wurde. Ich besuche an diesem Tag also den legendären James Bond Felsen, ein Zigeunerdorf auf Stelzen im Wasser, fahre durch Mangrovenwälder und Kalksteinfelsen und beobachte unzählige Seeadler die wie verrückt übers Meer fliegen. Mein Highlight: Beim Schnorcheln im Korallenriff sehe ich Nemo unter mir schwimmen.

Thailand Phang Nga Bay

Elefantenreiten
Während eines Strandspaziergangs sehe ich einen Elefanten am Pool des Nachbarhotels stehen, den die Hotelgäste und vor allem deren Kinder anfassen dürfen. Vom Strand aus beobachte ich die Szene und bleibe während 5 Minuten mit offenem Mund davor stehen. Ein Elefant im Hotel??? Das gibt es auch nur in Thailand. An einem Samstagvormittag, zwei Tage vor meiner Abreise, beschliesse ich das Elefantenreiten auszuprobieren. Während einer Stunde sitze ich also auf dem Rücksitz von Elefantendame Mali und denke mir: Das ist verdammt hoch, aber macht totalen Spass! Die letzte halbe Stunde darf ich sogar selbst auf Malis Kopf sitzen und versuchen mit meinen Füssen die Richtung anzugeben. Die riesigen Ohren bedecken meine Beine und Füsse komplett. Ich habe nur Sandalen an und so kratzt der Dickhäuter ein wenig an den Füssen.

Nach diesem Ausflug bin ich noch mehr begeistert von diesen schlauen, riesigen und absolut liebenswerten Wesen. Übrigens erklärt der Elefantenführer, dass die die Elefanten nach dem Tsunami für die Bergungsarbeiten eingesetzt wurden.

Khao Lak Elefantenreiten


Fazit: Phuket ist eine Insel mit ergreifender Geschichte, atemberaubender Natur und tollen Menschen.

Tipp:
Für eine Reise nach Thailand sollte man bestenfalls 6 Monate vorher bei seinem Hausarzt nachfragen, welche Impfungen man benötigt. Abgesehen von einem gültigen Reisepass braucht man vorab nichts besonderes um in Thailand einzureisen.

Glühwein selbstgemacht!

Kürzlich habe ich auf dem Aachener Weihnachtsmarkt meinen ersten Glühwein für dieses Jahr getrunken. Die Tafel am Glühweinstand zeigte, dass es Glühwein in den verschiedensten Varianten gibt: weissen Glühwein, roten Glühwein, Glühwein mit „Schuss“, sprich mit Amaretto oder Rum. Neben dem Glühwein am Weihnachtsmarkt gibt es dann auch noch den fertig gepanschten Glühwein aus dem Supermarkt, der meiner Meinung nach viel zu süss ist.

Zeit also zur kalten Jahreszeit ein eigenes Glühweinrezept zu testen!
Ich stelle schnell fest, dass die Jagd nach den Zutaten länger dauert, als die Zubereitung des Glühwein selbst.

Hier die Zutatenliste:

Glühwein selbst machen

– 1 Liter Rotwein (Bordeaux)
– 50 ml Rum
– 4 Saftorangen
– 7 Nelken
– 1 Sternanis
– 2 Zimtstangen
– 50g brauner Kandiszucker

Wichtig ist es richtig guten Rotwein zu kaufen und keinen billigen Fusel. So kommt der Weingeschmack auch nach dem Erhitzen gut durch.
Zuerst gebe ich den Rotwein, den Rum,  die Nelken, den Sternanis, die Zimtstangen und die Hälfte des Zuckers zusammen in einen grossen Kochtopf.  Ich presse zwei Apfelsinen und gebe den Saft ebenfalls in den Kochtopf. Die anderen beiden Apfelsinen wasche ich, schneide sie in Scheiben und bedecke die Flüssigkeit damit.

Gluehwein selbstgemacht
Das Gebräu lasse ich bei kleiner Flamme während einer Stunde erhitzen. Wichtig ist, dass die Flüssigkeit nicht kocht.
Nach einer Stunde ist alles schön durchgezogen und es riecht köstlich nach Weihnachtsmarkt. Je nach Geschmack kann man nun noch Zucker hinzufügen. Damit man nicht auf eine Nelke beisst, ist es wichtig die Flüssigkeit mit einer Kelle aus dem Topf zu schöpfen, abzusieben und dann erst in ein Glas oder Tasse zu geben. Ich nippe an der Tasse und bin begeistert von diesem frischen Geschmack!

Mein Fazit also: schnell zubereitet und sehr lecker!

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Smoothie mit Blaubeeren